Musikkultur

Wenn eine Hand zupft und die andere den Ton formt: das Gayageum aus Korea

today8. September 2026

Hintergrund

Das Gayageum ist eine traditionelle koreanische Zither mit einem langen, leicht gewölbten Holzkorpus. Die klassische Form besitzt zwölf Saiten, von denen jede über einen eigenen beweglichen Steg geführt wird.

Gespielt wird mit beiden Händen – jedoch mit ganz unterschiedlichen Aufgaben: Die rechte Hand zupft oder streicht die Saiten mit den Fingern. Links von den Stegen drückt, zieht und bewegt die andere Hand die Saiten. Dadurch verändern sich Tonhöhe und Klangfarbe, und es entstehen ausdrucksstarke Verzierungen sowie ein charakteristisches Vibrato. ✨

Traditionell wurden Saiten aus gedrehter Seide verwendet; heute kommen je nach Instrument auch moderne Materialien zum Einsatz. Neben den zwölfsaitigen Formen gibt es inzwischen Gayageums mit zusätzlichen Saiten, die einen erweiterten Tonumfang für zeitgenössische Kompositionen bieten.

So verbindet das Gayageum jahrhundertealtes Instrumentenhandwerk mit einer Klangsprache, die sich bis heute weiterentwickelt.

Geschrieben von: TerraTanica